Erneuerbare Energien erleben kräftigen Schub

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Glühbirnen, die auf Erde stehen, mit einem grünen Keimling im Vordergrund, symbolisieren

Lange Zeit hieß es: Die Energiewende ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Das Tempo des Ausbaus erneuerbarer Energien ist dennoch beeindruckend. Wir alle – Netzbetreiber, Energieversorger und Kunden – sind gefordert, mit anzupacken. Der aktuelle Bericht „Renewables 2024“ der Internationalen Energieagentur (IEA) unterstreicht die rasante Entwicklung, weist aber auch auf Hürden hin, die es zu meistern gilt. Welche das sind und warum die österreichische Bevölkerung JA zum Ausbau erneuerbarer Energien sagt, lesen Sie hier.

Österreicher:innen begrüßen Erneuerbaren-Ausbau

Eine aktuelle Gallup-Umfrage in Österreich zeigt: „71 Prozent der Bürger:innen sehen den Erneuerbaren-Ausbau als eine notwendige Investition in die Zukunft, die sowohl die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern reduziert als auch die Versorgungssicherheit Österreichs stärkt.“

Das bedeutet: Grünes Licht für eine grüne Energiezukunft. 68 Prozent der Befragten glauben zudem an eine positive Entwicklung des Beschäftigungsniveaus durch den Ausbau erneuerbarer Energiequellen. 65 Prozent sind überzeugt, dass mit dem Ausbau der Erneuerbaren eine bessere Lebensqualität Hand in Hand geht.

IEA sieht Schritt nach vorne bei Erneuerbaren

Auch der im Oktober 2024 veröffentlichte Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) unterstreicht, dass der Ausbau der Erneuerbaren mit Siebenmeilen-Stiefeln voranschreitet. Bis zum Ende dieses Jahrzehnts sollen erneuerbare Energien fast die Hälfte des weltweiten Strombedarfs decken, so die Prognose der IEA.

Der Bericht „Renewables 2024“ ist die wichtigste jährliche Veröffentlichung der IEA. Zum ersten Mal enthält er auch ein Kapitel über erneuerbare Energien, darunter Bioenergie, Biogase, Wasserstoff und E-Fuels. Die IEA geht davon aus, dass rund um den Globus zwischen 2024 und 2030 mehr als 5.500 Gigawatt (GW) an neuen Kapazitäten für erneuerbare Energien hinzugefügt werden. Das sind beinahe dreimal so viel wie in den Jahren 2017 bis 2023. Ein gewaltiger Sprung.

Es wird erwartet, dass der weltweite Ausbau erneuerbarer Energien ungefähr der aktuellen Stromkapazität von China, der EU, Indien und den Vereinigten Staaten zusammen entsprechen wird.

Solarenergie ist Spitzenreiter

An der Spitze des Ausbaus steht die Solarenergie. Sie soll laut Prognose bis 2030 80 % des weltweiten Wachstums erneuerbarer Kapazitäten ausmachen. Neben Solaranlagen auf Dächern von Privathaushalten und Unternehmen wird zunehmend in große Solarkraftwerke investiert. Im Aufwind befindet sich auch der Windsektor: Die IEA rechnet vor, dass sich die Ausbaurate zwischen 2024 und 2030 im Vergleich zu den Jahren 2017 bis 2023 verdoppeln wird.

Wie entwickeln sich erneuerbare Energien in Österreich?

Derzeit stammt rund ein Drittel des österreichischen Energiemixes aus erneuerbaren Quellen. Tonangebend sind Wasserkraft und Biomasse. Ziel ist es, den Anteil der Erneuerbaren bis 2030 auf mindestens 57 Prozent zu erhöhen. Ein wesentlicher Schritt in Richtung Klimaneutralität, die Österreich bis 2040 anstrebt. Bis dahin wäre ein nahezu vollständiger Umstieg auf erneuerbare Energien nötig.

Österreich treibt insbesondere den Ausbau von Photovoltaik und Windkraft stark voran. 2023 wuchs die PV-Leistung im Vergleich zum Erfolgsjahr 2022 nochmals um 69 Prozent. Die Windkraftleistung stieg um 9 Prozent (Quelle: Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus).

COP-Ziel in Reichweite?

Auf der COP28-Klimakonferenz im Dezember 2023 in Dubai haben sich fast 200 Regierungen zum Ziel gesetzt, die weltweite Kapazität erneuerbarer Energien in diesem Jahrzehnt zu verdreifachen. Mit Stand heute verfehlen wir dieses Ziel nur knapp. Allerdings deutet die IEA an: Wenn wir bis 2030 zusätzliche effektive Maßnahmen ergreifen, ließe sich das Verdreifachungsziel noch verwirklichen.

„Die erneuerbaren Energien entwickeln sich schneller, als die nationalen Regierungen Ziele festlegen können. Dies ist nicht nur auf die Bemühungen zur Emissionssenkung oder zur Erhöhung der Energiesicherheit zurückzuführen, sondern zunehmend auch darauf, dass erneuerbare Energien heute in fast allen Ländern der Welt die billigste Option für den Bau neuer Kraftwerke sind“, sagte IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol.

Und was ist mit dem Risiko der Versorgungssicherheit? Der IEA-Bericht betont, dass Regierungen starke Hebel setzen müssen, um erneuerbare Energien sicher ins Stromnetz zu integrieren.

Herausforderungen mit Schulterschluss meistern

Mit dem Siegeszug erneuerbarer Energien wächst die Verantwortung für Netzbetreiber, Energieversorger und Verbraucher gleichermaßen. Die E-Wirtschaft macht ordentlich Tempo beim Umbau des Stromsystems: Sie bauen erneuerbare Energiequellen und die Netzinfrastruktur aus, errichten wichtige Speicher und kurbeln die Digitalisierung an.

Herkömmliche Stromnetze sind auf planbare Energiequellen ausgelegt. Aber weder Sonne noch Wind halten sich an feste Zeitpläne. Das Stromnetz muss trotz schwankender Quellen stabil bleiben. Das erfordert Flexibilität und Reaktionsgeschwindigkeit. Investitionen in moderne Netztechnik sind dringend gefordert, um auch extreme Schwankungen auszugleichen. Sogenannte Smart Grids“, intelligente Stromnetze, basieren auf Echtzeit-Daten und gleichen Störungen sofort aus.

Kunden nutzen intelligente Stromzähler, um den Energieverbrauch zu optimieren und Stromkosten zu sparen. Dezentrale Energiequellen, die direkt vor Ort beim Verbraucher entstehen – wie Solardächer oder PV-Anlagen – fördern die Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit. Energie fließt nicht nur von zentralen Kraftwerken zum Verbraucher, sondern auch zurück ins Netz. So werden Bürger zu „Prosumern“ – also gleichzeitig Produzenten und Konsumenten.

Die Energieversorger und die Konsumenten werden zu einem dynamischen System, bei dem jeder Teil der Lösung ist.

Klimaneutrales Stromsystem bis 2040?

Wie realistisch ist das ambitionierte Klimaziel Österreichs, bis 2040 ein vollständig klimaneutrales Stromsystem auf die Beine zu stellen? Diese Zielvorgabe hat nun eine Studie des Beratungsunternehmens Compass Lexecon im Auftrag von Oesterreichs Energie, der Interessensvertretung der E-Wirtschaft, unter die Lupe genommen.

„Wenn wir es klug angehen, das System in seiner Gesamtheit betrachten und die richtige Balance zwischen den einzelnen Bereichen finden, ist eine sichere Stromversorgung auch in einem vollständig klimaneutralen Stromsystem möglich. Doch nur unter den richtigen Rahmenbedingungen“, erklärt Oesterreichs Energie Präsident Michael Strugl.

Der Erzeugungsmix ist das Zünglein an der Waage. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen PV-Anlagen und Windkraftwerken ist eine wesentliche Voraussetzung, um Schwankungen auszugleichen und Synergien zu nutzen. Die wichtigste Säule der österreichischen Energieversorgung ist die Wasserkraft. Innerhalb eines erneuerbaren Stromsystems kommt uns die Flexibilität der Wasserkraft zugute. Die große Herausforderung? Das System in Balance zu halten. Die Studie hebt deshalb vor allem die Bedeutung flexibler Energiespeicher wie Pumpspeicher, Batterien und elektrolytische Speicherlösungen hervor.

Große Windkraftanlage auf einem sonnigen, grünen Feld, symbolisiert erneuerbare Energien und nachhaltige Stromerzeugung.

 

Wie entwickelt sich unser Strombedarf?

Laut Prognose von „Oesterreichs Energie“: Steil nach oben. Parallel dazu der Bedarf an Flexibilität. Im Vergleich zu heute soll sich die Nachfrage nach Strom auf rund 150 Terawattstunden (TWh) verdoppeln. Dafür verantwortlich sind die Bereiche Mobilität, Industrie und Raumwärme. Um dieses Szenario in die Realität umzusetzen, müsste sich die Kraftwerksleistung beinahe verdreifachen. Die E-Wirtschaft pocht deshalb auf einen massiven Ausbau von Technologien, die unseren künftigen Flexibilitätsbedarf decken können.

So geht Energiezukunft

Am Ende entsteht ein System, das nicht nur auf Nachhaltigkeit setzt, sondern auf Gemeinschaft. Netzbetreiber, Versorger und Verbraucher müssen gemeinsam das Ruder herumreißen. Damit das Energiesystem der Zukunft mehr Rückenwind erfährt, sind wir alle gefordert. Unsere Energiegemeinschaft leistet täglich einen wichtigen Beitrag, um die Energiewende auf Touren zu bringen.

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