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Erneuerbare Energie im Fokus

94 % am gesamten Stromverbrauch sind in Österreich bereits aus erneuerbaren Energien gedeckt – ein Rekordniveau. Ziel ist es, bis 2030 den Strombedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen zu gewinnen. Grund genug sich einen Überblick zu verschaffen.

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Alles zum Thema erneuerbare Energie in Österreich

Was ist erneuerbare Energie?

Erneuerbare Energie wird auch als regenerative Energie bezeichnet. Sie speist sich aus Quellen, die sich von selbst erneuern – ohne dass die Quelle zu versiegen droht. Es handelt sich also um nachhaltige Energieressourcen wie Wasserkraft, Windenergie, Sonnenenergie, Biomasse und Erdwärme.

Saubere Energiezukunft

Im Unterschied zu fossilen Brennstoffen, die beim Verbrennen Kohlendioxid freisetzen und nur begrenzt verfügbar sind, gelten erneuerbare Energien als nahezu unerschöpflich und umweltfreundlich. Sie verursachen deutlich weniger Schadstoffemissionen und tragen somit aktiv zum Klimaschutz bei. Durch ihren Einsatz kann die Abhängigkeit von Kohle, Erdöl und Erdgas verringert und eine saubere, nachhaltige Energiezukunft gestaltet werden.

Geschichte erneuerbarer Energieträger

Die Nutzung erneuerbarer Energien ist so alt wie die Menschheit selbst: Schon unsere Vorfahren blähten ihre Segel mit Wind, nutzten Wasserströmungen für ihre Mühlen und wärmten sich am Holzfeuer.

Kohlekraftwerke als Zugpferd für Industrialisierung

Kohle versprach unerschöpfliche Kraft und Wohlstand, sie trieb Maschinen an, heizte Häuser und ließ ganze Nationen erstarken. Doch mit dem wachsenden Wohlstand zeigten sich auch die Schattenseiten: Treibhausgaseffekt, Umweltverschmutzung und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen rückten immer stärker ins Bewusstsein der Gesellschaft. 2020 wurde schließlich Österreichs letztes Kohlekraftwerk vom Betrieb genommen.

Startschuss für Erneuerbare

Die Geschichte erneuerbarer Energien in Österreich begann 1899. Die Eichetmühle in Salzburg war damals das erste Wasserkraftwerk, das Strom in ein öffentliches Netz einspeiste.

Wasserkraft ist bis heute der wichtigste erneuerbare Energieträger des Landes. In den späten 1980er Jahren entstanden die ersten Initiativen im Bereich der Solarenergie. In den 1990er Jahren wurde der Energiemarkt schrittweise für mehr Wettbewerb geöffnet, was auch den Weg für Ökostrom ebnete.

Pariser Klimaziele

Auf der Weltklimakonferenz (COP21) in Paris beschlossen 2015 fast alle Staaten der Welt, gemeinsam den Klimawandel zu bekämpfen und die Erderwärmung deutlich unter 2 °C und möglichst auf 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau einzudämmen. Längst war klar, dass dieser Schritt ohne massiven Ausbau Erneuerbarer unvorstellbar ist.

Welche Arten erneuerbarer Energieträger gibt es?

Wasserkraft – Energie aus der Kraft des Wassers

Im Vergleich zu anderen erneuerbaren Energieträgern ist Wasserkraft weniger vom Wetter und der Jahreszeit abhängig und deshalb ein stabiler Energielieferant. Mehr als 60 Prozent des in Österreich produzierten Stroms stammt aus Wasserkraftwerken. Weltweit liegt der Anteil der aus Wasserkraft gewonnenen elektrischen Energie bei rund 16 %.

So funktionieren Wasserkraftwerke

Wasserkraft nutzt die Bewegungsenergie von fließendem oder fallendem Wasser, um mechanische Arbeit oder elektrischen Strom zu erzeugen. Diese kinetische Energie wird z.B. in Flüssen, Staudämmen oder Gezeiten durch Turbinen und Generatoren in elektrische Energie umgewandelt.

Arten von Wasserkraftwerken

In Österreich gibt es eine hohe Anzahl an Groß- und Kleinwasserkraft-Anlagen. Man unterscheidet zwischen Laufwasser-, Speicher- und Pumpspeicher-Kraftwerken.

 Gezeitenenergie

Länder mit Meerzugang können zudem durch Gezeiten erzeugte Energie nutzen.

Gezeitenenergie ist eine Form der Wasserkraft, bei der die regelmäßigen Bewegungen des Meerwassers durch die Anziehungskräfte von Mond und Sonne genutzt werden.

Windkraft – Strom aus Windenergie

Rund 11 % der Gesamtstromerzeugung stammen in Österreich aus Windkraft. Mit Stand Herbst 2025 gibt es in Österreich 1451 Windräder mit einer Gesamtleistung von 4028 MW. Das bedeutet Strom für ca. 2,65 Mio. Haushalte. Das Investitionsvolumen für ein modernes Windrad liegt bei 10 Mio. €.

So funktioniert Windkraft

Wind besteht aus Luftmassen, die sich bewegen und somit Bewegungsenergie freisetzen. Windkraftanlagen nutzen diese Bewegungsenergie, um Rotorblätter in Bewegung zu setzen, die wiederum einen Generator zum Drehen bringen, der Strom erzeugt.

Biomasse – Energie aus organischen Rohstoffen

Unter Biomasse verstehen wir alle organischen Stoffe pflanzlichen oder tierischen Ursprungs, die als Energieträger genutzt werden. Zu Biomasse zählen nachwachsende Rohstoffe wie Holz, Energiepflanzen (z.B. Mais, Raps), land- und forstwirtschaftliche Reststoffe wie Stroh, Getreide und Mist sowie Bioabfälle. In Österreich trägt Biomasse zu rund 6 % zum Stromaufkommen bei.

So funktionieren Biomasse-Kraftwerke

Ein Biomasse-Kraftwerk verbrennt Biomasse in einem Kessel. Mit der daraus entstandenen Wärme wird Wasser erhitzt und mit Wasserdampf eine Turbine angetrieben. Der mit der Turbine verbundene Generator erzeugt Strom.

Dabei wird nur so viel CO₂ freigesetzt, wie die Pflanzen zuvor aufgenommen haben.

Photovoltaik – Sonnenenergie für die Stromerzeugung

In Österreich decken PV-Anlagen bereits mehr als 13 Prozent des Stromverbrauchs. Ihre Gesamtleistung beträgt etwa 9500 MW. PV ist die am stärksten wachsende Energietechnologie weltweit. Man unterscheidet zwischen Gebäude-Photovoltaik und Freiflächen-Photovoltaik.

So funktionieren Photovoltaik-Anlagen

Bei einer Photovoltaik-Anlage wandeln Solarzellen Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um. Man nennt diesen Vorgang photovoltaischer Effekt. Trifft Sonnenlicht auf die Solarmodule, werden Elektronen freigesetzt. Dadurch entsteht Gleichstrom (DC), der von einem Wechseltrichter in Wechselstrom (AC) umgewandelt wird.

Geothermie – Energie aus Erdwärme

Mit Geothermie ist die Nutzung der Energie gemeint, welche im Erdinneren in Form von Wärme vorliegt. Diese steigt mit zunehmender Tiefe im Erdinneren durchschnittlich um etwa 3°C pro 100 Meter.

Geothermische Anlagen werden in erster Linie zur Wärmegewinnung genutzt, aber auch zur Erzeugung elektrischer Energie. Die häufigste Form der Nutzung erfolgt im oberflächennahen Untergrund mit Hilfe von Erdwärmepumpen. In Österreich existieren rund 70.000 Wärmepumpen.

Bis 2030 sollen in Österreich rund 4 TWh geothermische Energie erzeugt werden.

Energiespeicher übernehmen Schlüsselrolle

Energiespeicher sind das Zünglein an der Waage, wenn es um eine erfolgreiche Stromwende geht. Sie sind essentiell, um die schwankende Erzeugung regenerativer Energien auszugleichen und die Stabilität des Stromnetzes dauerhaft zu garantieren. Bis 2040 wird sich der Bedarf an Batteriespeichern auf 8,7 GW verachtfachen.

Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EAG): Worum geht’s?

Um die Klimaziele zu erreichen, uns von fossilen Brennstoffen zu verabschieden und den Ausbau erneuerbarer Energien zu beschleunigen, wurde in Österreich das EAG auf den Weg gebracht. Es soll vor allem Genehmigungsverfahren für den Ausbau von Wind-, Solar-, Speicher- und Netzen beschleunigen. Nach dem „one-stop-shop“-Prinzip soll eine einzige Behörde für ein komplettes Genehmigungsverfahren zuständig sein.

Was steht in der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie (RED) der EU?

Zu den wesentlichen Inhalten der RED (Renewable Energy Directive) zählen die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien auf mindestens 42,5 % bis 2030, die Festlegung von Nachhaltigkeitskriterien für Biomasse, die Stärkung von erneuerbaren Energie-Gemeinschaften und die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren für den Ausbau erneuerbarer Energien. Die Genehmigungsfrist für Anlagen bis 50 MW liegt bei maximal einem Monat, für Erdwärmepumpen bei maximal drei Monaten.

Fragen & Antworten

Häufige Fragen zum Thema erneuerbare Energien

Die Energiewende beschreibt den schrittweisen Übergang von fossilen und nuklearen Energien hin zu erneuerbaren, klimafreundlichen und sauberen Energiequellen. Ziel ist es, den Ausstoß von Treibhausgasen deutlich zu reduzieren und gleichzeitig eine sichere, bezahlbare Energieversorgung zu gewährleisten.

Durch den Einsatz von PV-Anlagen, den Bezug von Ökostrom, Energieeinsparung, Wärmedämmung und bewussten Konsum lässt sich der eigene CO₂-Fußabdruck deutlich verringern. Wer regionale Produkte bevorzugt und das Auto häufiger stehen lässt, hilft zusätzlich, die Energiewende auf die Zielgerade zu bringen.

Grüner Wasserstoff ist Wasserstoff, der mithilfe von Strom aus erneuerbaren Energien durch Elektrolyse von Wasser hergestellt wird. Dabei wird Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt – ohne CO₂-Emissionen.

Durch intelligente Netze (Smart Grids), Energiespeicher wie Batterien oder Pumpspeicherwerke und den Ausbau von Stromverbundsystemen. Auch flexible Verbraucher, sogenannte „Demand-Side-Response-Systeme“, können Lasten verschieben und Netzstabilität sichern.

Power-to-X wandelt überschüssigen Strom aus erneuerbaren Quellen in andere Energieträger um, z. B. Wasserstoff (Power-to-Gas), Wärme (Power-to-Heat) oder synthetische Kraftstoffe (Power-to-Liquid). Damit kann Energie langfristig gespeichert oder in Industrie und Verkehr genutzt werden.

CO₂-Bepreisung bedeutet, dass man für den Ausstoß von Kohlendioxid zahlen muss. Ziel ist es, durch diesen finanziellen Anreiz fossile Energieträger wie Kohle, Öl und Gas weniger attraktiv zu machen und Investitionen in klimafreundliche Alternativen zu fördern.

Der Emissionshandel ist ein marktwirtschaftliches Instrument, das es Unternehmen ermöglicht, für ihre CO₂-Emissionen Zertifikate zu kaufen oder mit ihnen zu handeln. Die Gesamtmenge dieser Zertifikate ist begrenzt, wodurch ein „Deckel“ auf den gesamten Ausstoß gelegt wird. Unternehmen, die weniger ausstoßen, können ihre überschüssigen Rechte verkaufen, während große Emittenten zusätzliche Zertifikate erwerben müssen – so wird Klimaschutz wirtschaftlich belohnt. Innerhalb der EU ist der europäische Emissionshandel seit 2005 das zentrale Klimaschutzinstrument.

Entwicklungen reichen von Perowskit-Solarzellen, über schwimmende Offshore-Windparks bis zu geothermischen Tiefenbohrungen oder organischen Photovoltaiksystemen.

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