Sonnenrabatt 2026: 20 % Rabatt auf Netzentgelte in Österreich – so profitieren Sie vom neuen SNAP
Wer seinen Strom zur richtigen Zeit verbraucht, zahlt ab April 2026 automatisch weniger. Möglich macht das der neue Sonnenrabatt, offiziell Sommer-Nieder-Arbeitspreis (SNAP). In diesem Artikel erfahren Sie, was hinter dem SNAP steckt, wer davon profitiert und was Sie konkret tun müssen.
Das Wichtigste auf einen Blick:
Ab 1. April 2026 gilt in Österreich erstmals ein zeitvariabler Netzrabatt: der Sonnenrabatt, offiziell Sommer-Nieder-Arbeitspreis (SNAP). Haushalte auf der Netzebene 7 zahlen von 1. April bis 30. September täglich zwischen 10:00 und 16:00 Uhr einen um 20% reduzierten Netz‑Arbeitspreis, sofern die technischen Voraussetzungen erfüllt sind.
Was ist der Sonnenrabatt (SNAP) und warum gibt es ihn?
Wer in Österreich Strom bezieht, zahlt neben dem Energiepreis auch Netzentgelte, das sind die Kosten für den Transport des Stroms über Leitungen, Umspannwerke und Transformatoren bis zu Ihrem Anschluss. Diese Entgelte legt die unabhängige Regulierungsbehörde E-Control jährlich per Verordnung fest.
Der Sonnenrabatt ist die Antwort auf ein konkretes Netzproblem: Photovoltaikanlagen erzeugen mittags besonders viel Strom, mehr als das Netz in vielen Regionen aufnehmen kann. Wer seinen Verbrauch in genau diese Stunden verlagert, entlastet das Netz, reduziert den Bedarf an teurer Ausgleichsenergie und bremst den Druck auf weiteren Netzausbau. Der SNAP ist also kein Zufallsprodukt, sondern ein gezielter Systemanreiz mit einem direkten finanziellen Vorteil für Sie.
Rechtliche Grundlage: SNE-V 2018 – Novelle 2026, BGBl. II Nr. 305/2025.
Wann genau gilt der Sonnenrabatt (SNAP)?
Der Sonnenrabatt gilt laut offizieller E-Control-Verordnung in folgendem Zeitfenster:

Der SNAP gilt ausschließlich auf den Arbeitspreis des Netznutzungsentgelts, also den verbrauchsabhängigen Teil Ihrer Stromrechnung. Grundentgelte, Messpreise und staatliche Abgaben bleiben unverändert. Wie hoch die Ersparnis pro kWh tatsächlich ist, hängt vom jeweiligen Netz‑Arbeitspreis Ihres Netzbetreibers ab.
Wer profitiert vom Sonnenrabatt und welche Voraussetzungen gibt es?
Der SNAP wird automatisch auf Ihr Netzentgelt angewendet, aber nur, wenn die technische Voraussetzung erfüllt ist: Sie benötigen einen Smart Meter auf der Netzebene 7 mit aktivierter Viertelstundenmessung, das sogenannte Opt-In. Nur wenn Ihr Netzbetreiber über viertelstundengenaue Verbrauchsdaten verfügt, kann der SNAP korrekt abgerechnet werden.
Die Viertelstundenmessung können Sie direkt bei Ihrem Netzbetreiber beantragen:
- Online-Portal: Viele Netzbetreiber bieten einen Opt-In-Bereich direkt im Kundenkonto an.
- Per E-Mail oder postalisch: Ein formloser Antrag mit Zählerstand und Zählpunktnummer genügt.
- Vordruck des Netzbetreibers: Viele haben bereits Formulare oder Onlinefragebögen versendet.
Sie sind unsicher, ob Ihr Smart Meter bereits richtig eingestellt ist? Fragen Sie direkt bei Ihrem Netzbetreiber nach, der gibt Ihnen verlässlich Auskunft, ob die Viertelstundenmessung bei Ihnen aktiv ist und was Sie gegebenenfalls veranlassen müssen.
Für wen gilt der SNAP nicht?
Für Energiemengen, die innerhalb einer Erneuerbaren‑Energie‑Gemeinschaft oder Gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage direkt zwischen den Mitgliedern verrechnet werden, kommt der SNAP in der Regel nicht zusätzlich zur Anwendung, weil hier eigene Preis‑ und Reduktionsmodelle gelten. Der Sonnenrabatt wirkt nur auf den Anteil Ihres Verbrauchs, den Sie in den SNAP‑Stunden tatsächlich als Netzbezug aus dem öffentlichen Stromnetz beziehen.
Auch Kunden ohne Smart Meter bzw. ohne aktiviertes Opt-In erhalten den Rabatt nicht automatisch.

So nutzen Sie den Sonnenrabatt konkret
Das Prinzip ist einfach: Je mehr Strom Sie zwischen 10:00 und 16:00 Uhr aus dem öffentlichen Netz beziehen, desto mehr sparen Sie. Sie brauchen dafür keine eigene Photovoltaikanlage; es genügt, den Verbrauch stromintensiver Geräte in die Mittagsstunden zu verlagern:
- Waschmaschine und Geschirrspüler auf 10–16 Uhr vorprogrammieren
- Warmwasserboiler in dieser Zeit heizen lassen
- E-Auto bevorzugt mittags laden
- Wärmepumpe auf Mittagsbetrieb optimieren
- Klimaanlage oder Infrarotheizung tagsüber nutzen statt abends
PV-Anlage + SNAP = maximale Ersparnis: Wer eigenen Solarstrom erzeugt und gleichzeitig den Netzbezug in den SNAP-Stunden konzentriert, spart doppelt – durch den Eigenverbrauch und durch den reduzierten Netzarbeitspreis bei eventuellem Zukauf.
Wichtig: Der Sonnenrabatt wirkt sich nur aus, wenn Sie im Rabattfenster tatsächlich Strom aus dem öffentlichen Netz beziehen. Wer in dieser Zeit komplett durch eine PV-Anlage selbst versorgt wird und keinen Netzbezug hat, spart per Definition nichts beim Netzentgelt.
Warum gibt es den Sonnenrabatt und was steckt dahinter?
Ein häufiges Missverständnis: Steigende Netzentgelte bedeuten nicht, dass Netzbetreiber mehr verdienen. Der Grund liegt in der Energiewende selbst.
Mehr Erzeuger, mehr Bedarf
Jede neue Photovoltaikanlage, jede Wärmepumpe, jedes Elektroauto verändert den Stromfluss im Netz. Das Netz wurde ursprünglich für zentrale Stromerzeugung ausgelegt – nicht für tausende dezentrale Einspeiser. Leitungen, Transformatoren und Umspannwerke müssen deshalb umfassend modernisiert werden.
Weniger Netzbezug, gleiche Fixkosten
Gleichzeitig sinkt der Netzbezug: Immer mehr Haushalte decken einen Teil ihres Bedarfs selbst. Hohe Fixkosten des Netzes verteilen sich also auf weniger verbrauchte Kilowattstunden – was den Preis pro kWh treibt.
Der SNAP als Systemlösung
Genau hier setzt der Sonnenrabatt (SNAP) an: Wer zur Mittagszeit, also genau dann, wenn PV‑Anlagen auf Hochtouren laufen, mehr Strom verbraucht, hilft dabei, Einspeisespitzen von Solarstrom besser ins System zu integrieren. Das kann den Bedarf an Ausgleichsenergie verringern und den Druck auf zusätzlichen Netzausbau dämpfen. Der SNAP ist daher nicht nur eine Ersparnis für Sie, sondern ein Beitrag zur Stabilisierung des Gesamtsystems.
Wie Netzentgelte entstehen, warum sie steigen und was das für Ihren Haushalt bedeutet – das erklären wir ausführlich in unserem Blogbeitrag: Netzgebühren für Strom und Gas in Österreich.
Was best connect für Sie tun kann
Netzentgelte sind nicht verhandelbar, aber der Energiepreis, der den größten Teil Ihrer Stromrechnung ausmacht ist es sehr wohl. Wer ihn mit der richtigen Marktkenntnis und genügend Verhandlungsmacht einkauft, zahlt dauerhaft weniger.
Als unabhängige Energieeinkaufsgemeinschaft beobachtet best connect den Markt kontinuierlich, bewertet Entwicklungen frühzeitig und verhandelt attraktive Großhandelspreise für mehr als 16.000 Mitglieder!
Sie haben Fragen zum Sonnenrabatt oder möchten wissen, was das für Ihre Stromrechnung konkret bedeutet? Wir sind für Sie da.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Sonnenrabatt in Österreich?
Der Sonnenrabatt, offiziell Sommer-Nieder-Arbeitspreis (SNAP), ist ein von der E-Control eingeführter zeitvariabler Netzrabatt. Haushalte auf der Netzebene 7 können von 01. April bis 30. September täglich zwischen 10:00 und 16:00 Uhr ihren Netzarbeitspreis um 20 % reduzieren, sofern ein Smart Meter mit aktiviertem Opt-In vorhanden ist.
Was bedeutet SNAP genau?
SNAP steht für Sommer-Nieder-Arbeitspreis. Es ist die offizielle Bezeichnung aus der Systemnutzungsentgelte-Verordnung 2018 – Novelle 2026 der E-Control (BGBl. II Nr. 305/2025). Umgangssprachlich hat sich der Begriff „Sonnenrabatt“ etabliert – beide Bezeichnungen meinen dieselbe Maßnahme.
Gilt der Sonnenrabatt automatisch für alle?
Der Sonnenrabatt wird automatisch verrechnet, sobald die technischen Voraussetzungen erfüllt sind. Voraussetzung ist ein Smart Meter auf Netzebene 7 und die Aktivierung der Viertelstundenmessung (Opt‑In) im Kundenportal Ihres Netzbetreibers. Ohne diese Freischaltung stehen die nötigen Detaildaten nicht zur Verfügung, dann kann der Rabatt nicht berücksichtigt werden. Das Opt-In beantragen Sie kostenlos beim Netzbetreiber – per Online-Portal, E-Mail oder postalisch.
Wie viel spare ich mit dem Sonnenrabatt?
Im Rabattfenster (01. April bis 30. September, 10–16 Uhr) sinkt der Netzarbeitspreis um 20 %. Wie viel das in Cent pro kWh ausmacht, hängt vom jeweiligen Netzbetreiber ab, liegt aber in der Praxis meist deutlich unter 2 Cent pro kWh. Wer gezielt stromintensive Geräte (Waschmaschine, Geschirrspüler, E‑Auto, Wärmepumpe) in dieses Zeitfenster verlegt, kann so je nach Verbrauchsprofil einige Euro pro Jahr sparen – höhere Beträge sind nur bei sehr hohem Verbrauch genau in diesen Stunden realistisch, auch ohne eigene PV‑Anlage. Den weitaus größeren Teil Ihrer Stromrechnung macht jedoch der Energiepreis aus – und der ist verhandelbar. Wer für Sie Energie einkauft, zu welchen Konditionen und mit welcher Marktkenntnis, macht hier den Unterschied. Genau hier setzt best connect an: Als unabhängige Energieeinkaufsgenossenschaft bündeln wir den Bedarf von über 16.000 Mitgliedern und verhandeln Konditionen, die ein einzelner Haushalt am Markt typischerweise nicht erreichen kann.
Von wann bis wann gilt der Sonnenrabatt (SNAP)?
Laut offizieller E-Control-Verordnung (SNE-V 2018 – Novelle 2026, BGBl. II Nr. 305/2025) gilt der Sonnenrabatt vom 1. April bis 30. September, täglich von 10:00 bis 16:00 Uhr.
Wo finde ich die offizielle Verordnung zum Sonnenrabatt?
Die Verordnung heißt SNE-V 2018 – Novelle 2026 und ist im Bundesgesetzblatt als BGBl. II Nr. 305/2025 veröffentlicht. Sie finden sie auf der Website der E-Control, im Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) oder hier.
Was ist der Unterschied zwischen Sonnenrabatt und SNAP?
Kein inhaltlicher Unterschied, beide Begriffe bezeichnen dieselbe Maßnahme. „SNAP“ (Sommer-Nieder-Arbeitspreis) ist der offizielle Begriff aus der E-Control-Verordnung. „Sonnenrabatt“ ist die umgangssprachliche Bezeichnung, die sich in Medien und Alltag durchgesetzt hat.
