Windkraft Österreich im Fokus: Wo stehen wir auf dem Weg zur Energiewende?

Windkraft Österreich: Zahlreiche Windräder in einer bergigen Landschaft als Symbol für nachhaltige Energiegewinnung

Wind ist eine kostenlose, saubere, unversiegbare Energiequelle. Gut, dass sich die Windverhältnisse in Österreich sehen lassen können. Die sich aus der Windkraft ergebende heimische Wertschöpfung ist sogar rekordverdächtig: Rund 180 österreichische Unternehmen sind als Lieferanten oder Dienstleister in der Windkraft-Branche tätig und erzielen Umsätze von 550 Millionen Euro. Darunter einige Weltmarktführer. Für richtig gute Nachrichten sorgt aber der Beitrag unserer Windräder zum Klimaschutz: Jährlich reduziert sich durch Windkraft in Österreich der CO2-Verbrauch um mehr als 4,5 Millionen Tonnen.

Wo stehen Österreichs Windräder?

Österreichs Windkraft ist ungleich verteilt: In Vorarlberg, Tirol und Salzburg herrscht gähnende Leer. Der Großteil der Windräder steht in Niederösterreich, im Burgenland und in der Steiermark. Doch um bis 2030 das Ausbauziel von 10 TWh zu erreichen, müssen auch weniger windstarke Regionen ins Spiel kommen. Ein Umdenken ist gefragt!

Je nach Energieertrag werden die Standorte der Windkraftanlagen in drei Güteklassen (A, B, C) eingeteilt. Österreichs Windräder stehen zu 90 % in Güteklasse A-Regionen. Mehr als die Hälfte der österreichischen Windräder stehen in Niederösterreich – insgesamt 797 Anlagen.

Gegenwind in Kärnten: Was ist das Ergebnis der Volksbefragung in Kärnten zum Thema Windkraft?

Windkraft ist eine der zentralen Säulen der Energiewende. Neben zahlreichen Vorteilen sprechen auch der steigende Energiebedarf und die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen für den Ausbau von Österreichs Windkraft. Trotzdem gibt es kritische Stimmen, die z.B. Infraschall, die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes oder die Gefahr für Vögel ins Treffen führen.

Kärnten hat am 12. Jänner 2025 abgestimmt. 52 Prozent stimmten bei der Volksabstimmung in Kärnten für ein Verbot von Windrädern. Die Wahlbeteiligung lag bei unter 35 Prozent. Das Ergebnis der Befragung ist zwar rechtlich nicht bindend, aber sollte für weitere Entscheidungen in der Landespolitik richtungsweisend sein.

In Kärnten sind aktuell 14 Windkraftanlagen in Betrieb. Weitere 32 Windräder sind bereits genehmigt oder befinden sich in einem Genehmigungsverfahren. Die Diskussion über den Ausbau der Windkraft in Kärnten wird voraussichtlich weitergehen. Dabei müssen sowohl der Schutz der Natur als auch die Notwendigkeit erneuerbarer Energiequellen berücksichtigt werden.

Anteil der Windkraft an erneuerbarer Energie in Österreich

Ende 2023 zeigt sich in Österreich folgendes Bild: 1.426 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 3.885 Megawatt erzeugten umweltfreundlichen Strom für rund 2,55 Mio. Haushalte.

Entwicklung der Windkraftleistung in Österreich von 1994 bis 2024

Windenergie im Aufwind: Großes Potenzial für eine grüne Zukunft

Österreichs Windatlas macht eines klar: In allen Bundesländern gibt es genug Wind, um Windparks wirtschaftlich zu betreiben. Besonders spannend ist das Potenzial in Westösterreich – hier könnten bis 2030 rund 1.000 MW Windkraftleistung erschlossen werden. Eine ähnliche Kapazität ist aktuell im Burgenland installiert. Auch Salzburg bietet langfristig Raum für den Ausbau: Hier könnten bis zu 160 hochmoderne Windkraftanlagen entstehen.

Hochgerechnet auf das Jahr 2030 ergibt sich für ganz Österreich ein realistisches Windkraftpotenzial von beeindruckenden 7.500 MW. Mit rund 2.100 Windrädern könnte so eine jährliche Stromproduktion von 22,5 Terawattstunden erreicht werden – ein bedeutender Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung des Landes.

Wie viel Strom erzeugt ein Windrad?

Eine Windkraftanlage mit etwa 5 MW elektrischer Leistung erzeugt jährlich Strom für den durchschnittlichen Verbrauch von 3.700 Haushalten im Jahr. Die tatsächliche Leistung des Windrads hängt von Lage, Größe und Höhe des Windrads ab.

140-jährige Geschichte der Windkraft in Österreich

Schon mal etwas von Josef Friedländer gehört? Der österreichische Ingenieur präsentierte erstmals 1883 ein Windrad zur Stromerzeugung auf der Internationalen Elektrizitätsausstellung im Wiener Prater.

Der österreichische Pionier für Stromerzeugung durch Windkraft verwendete eine Windturbine des Halladay-Bautyps und einen Rotor mit einem Durchmesser von 6,6 Metern. Dieser trieb einen Dynamo am Boden an, der Strom in mehrere Batterien einspeiste. Dass dieses Konstrukt Werkzeuge, Lampen und eine Dreschmaschine in Betrieb setzte, war eine kleine Sensation.

Erst die Energiekrisen von 1973/1979 rückten in Österreich und anderen Ländern verstärkt erneuerbare Energien und damit Windenergie in den Fokus. Am 17. Oktober 1973 erhöhte die OPEC den Preis für Rohöl erheblich. Gleichzeitig wurde die Förderung verringert. Damit endete die bis dahin billige Verfügbarkeit von Energie, was zu einer Energiepreiskrise führte.

In den Folgejahren waren MeterologInnen jedoch lange Zeit überzeugt, dass das Windpotenzial in Österreich zur Nutzung der Windkraft unzureichend wäre. Erst 1994 ging schließlich die erste größere Windkraftanlage im Marchfeld in Betrieb. Sie hatte eine Leistung von 150 kW. Ab 2002 wurde die Stromerzeugung durch Windkraft durch das Ökostromgesetz geregelt.

Die Wiege der modernen Windkraftnutzung ist aber Dänemark. Kurz vor 1900 gab es eine Initiative zur Versorgung der ländlichen Bevölkerung mit Strom. Das führte dazu, dass durch windkraftbetriebenen E-Werke in Dänemark die Elektrifizierung in ländlichen Gebieten gleichzeitig bzw. früher stattfand als in den Städten.

Gigantisch: Das größte Windrad der Welt

Moderne Windräder sind mit den damaligen nicht mehr zu vergleichen. In der chinesischen Provinz Hainan wurde vom chinesischen Unternehmen Mingyang Smart Energy ein Windrad mit gigantischen Ausmaßen erbaut.

Die weltweit größte Offshore-Windkraftanlage soll eine Leistung von 20 Megawatt haben und jährlich eine Energiemenge von 80 GWh erzeugen – das entspricht dem Jahresverbrauch von 96.000 Personen. Der Durchmesser der Rotorblätter beträgt zwischen 260 bis 292 Metern – diese Dimension entspricht jener des Wiener Stephansdoms. Auch die jährlichen Einsparungen von 66.000 Tonnen CO2 lassen staunen. 

Nun macht aber Deutschland China in Sachen größtes Windrad der Welt Konkurrenz. Im September 2024 wurde im Windpark Klettwitz in der Lausitz der Grundstein für das erste Höhenwindrad der Welt gelegt. Die Ausmaße: über 100 Meter lange Flügel und insgesamt eine Höhe von 400 Metern.

sehr großes Windrad, im Hintergrund blauer Himmel

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